Hermann-Levi-Platz

Der Hermann-Levi-Platz mit dem Badischen Staatstheater bildet einen zentralen Anlaufpunkt in der Kulturlandschaft Karlsruhes. Das Theater in Karlsruhe war von Beginn an von hoher Bedeutung für die Bevölkerung der Stadt, es war traditionell ein Volkstheater, das neben dem repräsentativen Charakter auch als Ausdruck der städtischen Gemeinschaft zu verstehen war. Auf halber Strecke zwischen Schloss und Bahnhof, unmittelbar an der Via Triumphalis und am Ettlinger Tor gelegen, entsteht der Platz, seiner Bedeutung entsprechend, neu.

Neben dem kulturellen Aspekt wird der Hermann-Levi-Platz zu einem wichtigen grünen Trittstein im Freiraumgefüge der Karlsruher Innenstadt. Er wird Teil des Grünzugs der ehemaligen Gleistrasse und wirkt sich durch die Großzügigkeit positiv auf das lokale Mikroklima aus. Durch die Gehölzpflanzungen an den Platzrändern wird symbolisch Bezug zum Hardtwald aufgenommen, der als Gründungsargument der Residenzstadt gilt.

ENTWURF

Der Platz greift mit dem Badischen Staatstheater und dem Rasenparterre die beiden für Karlsruhe prägendsten Stadtbausteine - die Kultur und die Freiräume - auf. Beide treten hier an diesem Ort durch ihre zentrale Lage und ihre extrovertierten Formen in einen Dialog miteinander und mit dem umliegenden Stadtraum. Das Rasenparterre wird als freie Liegewiese zum neuen Wohnzimmer der Karlsruher. In seiner Offenheit erlaubt es freie Blickbezüge zu allen Platzseiten, aber vor allem zwischen Ettlinger Tor und dem Theaterbau.

Eine leichte Modellierung erzeugt wechselnd gerichtete, räumliche Eindrücke. Die nach Innen um eine Stufenhöhe abgesenkte Fläche wird als Rückhalteraum für Regenwasser genutzt, während ein Hochpunkt im östlichen Parterre eine sanft geneigte Rasenfläche in Richtung der LED-Wand ausbildet. Sie kann als freier Aufenthaltsbereich für Public Viewing genutzt werden. Die Ränder werden durch Pflanzungen von pflegextensiven Blühstauden und Gräsern akzentuiert, die der Platzbordüre folgend, Besucher vom Ettlinger Tor bis zum Haupteingang des Theaters führen.

Die rahmende Platzbordüre um das Rasenparterre leitet sich formal aus der Bewegung der Fassade des Theaterbaus ab. Als vielseitiges Aufenthaltselement aus Natursteinsegmenten in variierenden Höhen schafft es differenzierte Aufenthaltsräume und wird so zum Vermittler zwischen dem Inneren des Parterres und dem umgebenden Raum. Die Platzbordüre formt sich abschnittsweise zu Holzsitzelementen aus, die beidseitiges Sitzen ermöglichen.

Als raumbildendes Element und durchlässiger Filter inszenieren die Hardtwaldinseln die Platzränder. Sie nehmen die Bestandsbäume auf und ergänzen diese durch resiliente, regionaltypische Hardtwaldgehölze und Klimabäume. Als grünen atmosphärischen Hintergrund für die Platzkulisse verweisen sie auf die noch existierenden historischen Wälder um Karlsruhe. Neben der klimatischen Wirksamkeit durch Schattenwurf schaffen sie durch entsprechende Unterpflanzungen aus Waldstauden und Gräsern außerdem eine ökologische Aufwertung des Stadtraums. Der Untergrund der Hardtwaldinseln besteht aus unterschiedlich groben und feinen Kiesen, welche Bezug zur Rheinterrasse nehmen. Die Pflanzungen befinden sich im groben Kiesbereich, während der Feinkies beinahe die Textur einer wassergebundenen Decke hat und als informeller Wegebelag zum Beispiel für Boulespiel im Übergang zur Platzfläche dient. Parkbänke ermöglichen den Aufenthalt.

Der Vorbereich des Haupteingangs des Badischen Staatstheaters zeichnet sich durch eine barrierefreie offene Fläche aus Pflasterplatten aus regionaltypischem Muschelkalk in Reihenverband aus. Die helle Oberfläche mindert die Aufheizung des Platzes durch intensive Sonneneinstrahlung. 

Als besonderes Highlight inszeniert das „kleine Wassertheater“, ein Fontänenfeld mit Klangaspekten, die Platzfläche. Hier wird eine flache, temporäre und bespielbare Wasserfläche ausgebildet. Diese wird so zum Interaktionsraum, den man von der Tribüne aus im Blick hat.

Die Übergangsbereiche zu Ettlinger Straße, und Tor und zur Kriegsstraße dienen gleichzeitig als lebendige Entrées, als auch als Raumgrenzen zwischen den Straßenbereichen und dem Platzinneren. Der Tor- und Straßenraum wird durch Bäume in Reihenpflanzungen markiert, die sich zum Platzinneren auflockern. Im Falle einer zukünftigen Bebauung können diese Flächen entfallen ohne das Gesamtkonzept zu beeinträchtigen.

Als Leitsystem für Sehbeeinträchtigte Personen werden Plattenbänder aus dunklerem Muschelkalk mit gefrästen Bodenindikatoren eingesetzt. Diese nehmen die Schwünge des Rasenparterres auf und verbinden den Theatereingang mit den wichtigen Anschlusspunkten zu Bus, U-Bahn und Ettlinger Tor.

Als besonderer Bezug zum namensgebenden Hermann Levi verarbeitet der Entwurf die Ebene der Klänge auf subtile Weise und schafft so eine sich immer wieder verändernde Großstadtsinfonie.

Die Menschen als Hauptakteure der Platzbespielung, das Wassertheater, gurgeln, und plätschernd, das raschelnde Laub und der knirschende Kies der Hardtwaldinseln, ergänzt durch Klangkunst-Installationen bilden hier die Klanglandschaft.

 

PIKTO 1

Grundlage für den Hermann-Levi-Platz bildet eine materialeinheitliche Grundfläche aus regionaltypischem Pflasterplatten aus Muschelkalk mit lebendiger, farblich fein nuancierter Oberfläche.

Der Platz greift mit dem Badischen Staatstheater und dem Rasenparterre die beiden für Karlsruhe prägendsten Stadtbausteine - die Kultur und die Freiräume - auf. Beide treten hier an diesem Ort durch ihre zentrale Lage und ihre extrovertierten Formen in einen Dialog miteinander und mit dem umliegenden Stadtraum.

 

PIKTO 2

Die rahmende Platzbordüre um das Rasenparterre leitet sich formal aus der Bewegung der Fassade des Theaterbaus ab. Als vielseitiges Aufenthaltselement aus Natursteinsegmenten in variierenden Höhen schafft es differenzierte Aufenthaltsräume und wird so zum Vermittler zwischen dem Inneren der Platzintarsie und dem umgebenden Raum.

Die Platzbordüre formt sich abschnittsweise zu Holzsitzelementen aus, die beidseitiges Sitzen und Liegen ermöglichen.

 

PIKTO 3

Als raumbildendes Element und durchlässiger Filter inszenieren die Hardtwaldinseln die Platzränder. Sie nehmen die Bestandsbäume auf und ergänzen diese durch resiliente, regionaltypische Gehölze, und Klimabäume (z.B. Pinus, Populus, Quercus, Fraxinus, Acer, Liquidambar, Gleditsia, etc. ). Als grünen, atmosphärischen Hintergrund für die Platzkulisse verweisen sie auf die noch existierenden historischen Wälder um Karlsruhe.