Die Gemeinden Kirchheim und Heimstetten sind per Gebietsreform zusammengewachsen. In der gebauten Realität sind sie immer noch geteilt. Das soll der neue Ortsentwicklungsplan nun ändern. Zentrales Element dieses Planes ist ein neuer zentraler Ortspark. Dieser Park muss eine starke verbindende Kraft haben.

    Über eine verästelte ausgreifende Parkpromenade werden die beiden Gemeindeteile von Kirchheim und Heimstetten, sowie die umliegenden Wohngebiete aneinandergebunden.

    Die Parkpromenade wird eingefasst von Mauerelementen zum Teil die Höhenunterschiede des Bestandsgeländes aufnehmend und zum Teil als Sitzelemente ausgeformt. Dies schafft Flexibilität im Umgang mit den vorhandenen Sparten und Höhenunterschieden.

    Diese großzügige Parkpromenade bildet das zentrale Rückgrat des Parks.

    Während Entreéplätze direkte Verbindungen in das umliegende Stadtgefüge aufbauen, spannen sich innerhalb des Parks kleine Platzsituationen - die Park-Plätzchen - auf, die als neue Treffpunkte und Identifikationsorte fungieren.

    Die Park-Plätzchen werden funktional individuell ausgeformt, erhalten jedoch mit auffälligen Baumpflanzungen (Acer rubrum, Liquidamber styraciflua) ein einheitliches Vegetationsbild.

    Das nördliche Park-Plätzchen wird mit Pflaster und Tennenintarsie ein Ort zum ratschen und Boule spielen. Das südliche Plätzchen bietet ebenfalls Aufenthalt und dazu Tischtennisplatten für die leichte Ertüchtigung.

    Am zentralen Park-Plätzchen zwischen den Schulen und Kinderhaus bietet ein künstlicher Berg ein imposantes Panorama nicht nur bei Föhnwetterlage. Mit Wasserfall an der Südwand und Kletterwänden lädt auch dieses Plätzchen zur spielerischen Aktion ein. Der Kiosk „Berghütte“ bietet die Möglichkeit einer kleinen Außengastronomie.

    Die umliegenden Grünkorridore werden über kleine Wege und Grünflächen an den Park angebunden, um so das Grünverbundsystem des Ortes nachhaltig zu entwickeln.

    Aus der linear und funktional strukturierten agrarischen Landschaft wird ein fließender, landschaftlicher Park. Er gliedert sich in fünf differenzierte Vegetationszonen mit unterschiedlichen Atmosphären. Diese Landschaftsbilder reihen sich entlang der Promenade zu einer abwechslungsreichen Abfolge.

    Der Wiesenkorridor bildet den zentralen Parkraum, der parallel zur Promenade verläuft, mal weite, mal schmale Raumeindrücke vermittelt und so Spannung aufbaut. Der nordöstliche Übergang zu den Schulgeländen wird durch den Wiesenhain markiert, der dem Park eine räumliche Fassung gibt und schulnah mit verschiedenen Spielbereichen belegt ist.

    Der südwestliche Übergangsbereich zur Wohnbebauung wird vorrangig mit Obstgehölzen und Rabatten aus extensiven Stauden mit gärtnerischem Charakter geprägt.

    Währenddessen wird das nördliche Waldbiotop als Sukzessionswäldchen mit Spiel, Waldgärten und Naturlehrstationen entwickelt und der wertvolle Baumbestand geschützt und entwickelt.

    Ganz im Norden findet sich der kleine Bürgerpark, der mit Kinderspiel, Skatefläche, Gartenband (optional Bürgergärten) und Bürgerwiese vielfältige Angebote für das anliegende Wohngebiet schafft.

    Im Park werden vielfältige Nutzungen gebündelt (Rathaus/Bürgerhaus, Jugendzentrum, Kita, Schulen, Seniorenwohnen …). Er wird das neue grüne Zentrum der Gemeinde, ein infrastrukturelles und interkulturelles Zentrum für alle Generationen.

    Bahnhofsvorplatz

    Durch eine Neuordnung empfängt der nun großzügige Bahnhofsvorplatz Besucher nun mit Offenheit. Die Verkehre werden entflochten und Sitzmöglichkeiten für Wartende geschaffen. Die Orientierung wird erleichtet und die fußläufige Verbindung in Richtung Kirchheim und Heimstetten gestärkt.

    Die Radstellplätze werden kompakt in einem Parkhaus untergebracht.

    Gartenschau

    Die Ausstellung spannt einen Bogen zwischen Kirchheim und Heimstetten. Die intensiven temporären Ausstellungsinhalten besetzen vor allem die neuen städtebaulichen Flächen. Alle Flächen im Bereich der Daueranlage bleiben Teil des zukünftigen Parks.

    Im Norden wie im Süden entstehen zwei bürgerschaftliche Ankerpunkte: der Bürgerpark mit den Gemeinschaftsgärten an der Bürgerwiese in Kirchheim und der Seniorengarten ebenfalls mit Gemeinschaftsgärten für Schüler und Senioren in Heimstetten.

    Das neue Rathaus und der zugehörige Garten – das neue gemeinschaftliche Zentrum – wird bereits während der Gartenschau zentraler Bereich und mit der Hauptgastronomie und der Veranstaltungsbühne zum kulturellen Zentrum.

    Fläche

    16 ha

    Auftraggeber

    Gemeinde Kirchheim b. München

    Wettbewerb 2019, ein 3. Preis