Die Gemeinschaftsbereiche im Freiraum staffeln sich vom Spielbereich im Erdgeschoss über die Kindertagesstätte im 1. OG bis zum großzügigen Hofgarten auf dem 2. OG.

    Die funktional sehr unterschiedlichen Bereiche mit ihren differenzierten Nutzungen werden vertikal durch vielfältig gefaltete Spielmauern gestalterisch miteinander verbunden, bleiben aber funktional getrennt.

    Auf den Ebenen stellen Rasenschollen eine markante Topographie her, über alle Ebenen tanzen rot blühende, locker angeordnete Robinienhaine und verbinden die Geschoße zu einer Einheit.

    Das Angebot an Freiflächen wird durch drei Gemeinschaftsterrassen mit unterschiedlichen Nutzungsschwerpunkten im 6. OG ergänzt.

    Der Spielbereich im EG

    liegt an der nördlichen Grundstücksgrenze entlang des öffentlichen Durchgangs und ist für größere Kinder (6-12 Jahre). Der 1- und 2-geschoßige Höhenunterschied zur Kita und zum Wohnhof wird bis zur Treppenanlage mittels einer vielfältigen gefalteten, monolithischen Kletterwand gestaltet.

    Die Kletterwand hat eine bespielbare Höhe von 1 bis 3 Metern. An ihr Faltungen, Vor- und Rücksprüngen sind unterschiedliche Kletterhilfen, wie Griffe (Kunststoff), Steine, Leitern (Edelstahl), Hangelseile und Netze angebracht, hat man die Wand erklommen, geht es auf einer langen Rutsche (Edelstahl) wieder hinunter. Ein Tartanweg verbindet die Spielsysteme und erleichtert das Besteigen des skulptural geformten Mauerwerkes in 1 bis 2 Metern Höhe.

    Ein Seillabyrinth (Stammhölzer mit Seilen) steht frei zwischen Bäumen.

    Der Spielbereich ist zum öffentlichen Fussweg leicht abgesenkt und wird durch eine Sitzmauer (Höhe ca. 50 cm) begrenzt, die Fallschutzfläche wird homogen mit Holzschnitzel (Farbe grün) ausgefüllt.

    Der Freiraum der KITA im 1. OG

    liegt an einer weiteren bewegt geformten, monolithischen Spiel- und Kletterwand, die im Westen den Höhenunterschied zum Hofgarten gestaltet.

    Vor den Gruppenräumen gibt es zwei Sandspielbereiche, die durch eine mittig angeordnete Rasenscholle ergänzt werden. Der östlich gelegene, kleinere Sandbereich dient der Kinderkrippe als geschützer Freiraum mit Nestschaukel und Sitzhocker.

    Der westliche große Sandbereich liegt vor der Spielwand (Fallschutz) und wird gegenüberliegend gefasst durch einen Sitzplatz.

    Doppelschaukel, Wippe und Sitzhocker stehen im Sand, an der Spiel- und Kletterwand dienen Kletternetze und -griffe als Aufstiegshilfe zu einer Rutsche (Edelstahl).

    Die große Spielwiese auf der Rasenscholle ist leicht zum Gebäude geneigt, zwei Spielhäuser finden sich unter dem lichten Baumhain.

    Vor den Gruppenräumen liegt eine weiche, aber gut begehbare Vorfläche aus EPDM-Belag (teilweise mit Fallschutzfunktion), die in ihrer Farbigkeit mit den Gruppenräumen abgestimmt werden könnte.

    Die konkrete Planung des Kita-Freiraums wird weiter mit den Betreibern der Kita abgestimmt.

    Der Wohnhof im 2. OG

    auf dem Dach der Garage öffnet sich nach Norden zum Spielplatz und zum öffentlichen Durchgang. Von hier führt eine Treppenanlage auf das Niveau des Hofgartens. Ein umlaufender Weg aus EPDM-Belag (ohne Fallschutzfunktion) erschließt in unterschiedlicher Breite den gesamten Hofraum und verbindet Zugänge und Gemeinschaftsräume.

    Den Wohnungseingängen vorgelagert werden Vorgärten angeordnet, die Zugänge werden mit Betonplatten (grau) belegt, in den Vorgärten wird das Substrat eingebaut. (Als Pflanzung werden flächige extensive Gräser- und Wildstaudenbeete vorgeschlagen). Die Treppenhauszugänge und Durchgänge werden mit Betonsteinpflaster (gestrahlt) belegt.

    Vor dem Bauteil Süd mit seinen Gemeinschaftsräumen weitet sich der EPDM-Belag zu einer großzügigen Bewegungsfläche. Gegenüber dem Kleinkinderspielraum wird der Kleinkinderspielbereich (Sand Nettofläche 30 m2) in die Rasenscholle eingefügt. Die Sandmulde wird gefasst von einem Sitzplatz mit Holzbänken.

    Mittig im Hofgarten liegt eine große trapezförmige Rasenscholle mit einer Höhe bis zu 1,5 m über dem Weg, die große Rasenfläche neigt sich sanft nach Süden zu den Gemeinschaftsräumen. Die drei steileren Böschungen werden mit flächigen Gräserpflanzungen bepflanzt, welche die Böschungen sichern und den streng anmutenden Schollen einen spielerischen Akzent verleihen. Eine zusätzliche Böschungssicherung erfolgt mittels Jutematte.

    Weitere Spielbereiche und ruhige Zonen mit Holzbänken bilden sich zwischen großräumig gepflanzten Hecken (z.B. Feldahorn, Spierstrauch) im Norden des Hofgartens.

    Über den streng geformten Rasenschollen tanzen rotblühende Robinien und erzeugen im Frühjahr farbige Blickpunkte.

    Der Dachgarten im 6. OG

    gliedert sich in drei Bereich mit unterschiedlichem Nutzungsschwerpunkt, die gemeinschaftlich genutzt werden können.

    Auf dem westlichen Dach entstehen Aufenthaltsbereiche um das Saunahaus und das Teehaus. Die Ruhe- und Aufenthaltsbereiche werden durch Pergolen (Stahl-Holz-Konstruktionen) markiert und beschattet, als Belag wird ein Holzdeck (Lärche) vorgeschlagen. Der Saunagarten wird durch eine Sichtschutzwand aus Holzlamellen abgegrenzt. Blühende Rankpflanzen winden sich auf die Pergolen, Heckenkörper (z.B. rot- oder gelbblühende Zierjohannisbeere) strukturieren die Rasenflächen kleinräumig und schaffen Orte der Ruhe.

    Auf dem östlichen Dach entstehen zwei Bereiche, eine Liegewiese mit Heckenkörpern als Sichtschutz im Süden und im Norden ein gärtnerisches Experimentierfeld für Kräuter und Gemüse als Gemeinschaftsgarten zum Ausprobieren und Naschen.

    Fläche

    10.000 m²

    Auftraggeber

    Bauträger Austria Immobilien GmbH

    Architektur

    Schindler & Szedenik Architekten, Wien

    Planung und Realisierung

    2007 – 2012