Die Blockrandbebauung ist eine optimale Flächenausnutzung mit flexiblen Wohnungsgrundrissen und gemischten Wohnungstypen und Finanzierungsformen. Die Außenräume, ein kammförmiger Hofgrundriss und die Dachflächen bieten private Gärten für alle Wohnungen mit Hof- oder Dachanschluss. Gemeinschaftsflächen verbinden die Außen- und Innenräume. Aneignungsflächen für Kinder und Junggebliebene sind die verbindende Mitte im Hof sowie Sitz- und Liegeinseln auf den Dächern mit Weitblick über die Stadt.

    Ein lineares Flächensystem ist funktionales Gerüst des Freiraums. Das zentrale Tartanband verbindet die Baukörper und Erschließungen in den Hof. Wiesenstreifen puffern beidseitig, die mit geschnittenen Hainbuchen gesäumten Privatgärten. Emotionales Kontra wecken ellyptische Inseln, sie sind Vegetationsinseln, Spielhügel oder Sitz- und Liegeflächen. Ihre Anordnung setzt Teilräume. Die Vegetationsinseln holen den nahgelegenen Wienerwald in die Wohnhausanlage. Baumgruppen aus Hainbuchen und Föhren mit blühendem Unterwuchs evozieren den Waldgarten.

    Herr M. ist Programmierer für Logistiksysteme, seine Freundin wird bald einziehen in die luxuriöse Dachwohnung. Sie beide sind eher Stubenhocker, waren froh über die Bepflanzungstipps für ihre Terrasse, weil sie nicht viel Zeit für Gartenpflege haben. Den Ausblick auf die schönen Gärten der Wohnanlage genießen sie aber sehr und den gräserwogenden Saunagarten am Holzdeck, nach dem Fitnesstraining und der hauseigenen Sauna. Am Abend trifft er sich wöchentlich mit anderen Hausbewohnern zum Skat auf der rosa Sitzinsel unter den rotlaubigen Zierapfelbäumen, die duften so gut. Dort ist es tagsüber auch nicht so heiß, dass andere Bewohner auch mal gerne zum gemeinsamen Mittagessen hinaufziehen.

    Frau K. ist Single und pensionierte Behindertenbetreuerin. Frau K. wohnt erst seit kurzem in der Anlage. Für sie ist hier das Wohnen wie früher in den Urlaub fahren und sich ein gutes Appartement gönnen. Sie genießt es, jeden Morgen im Schwimmbecken am Dach ein paar Längen zu ziehen, danach unter der Wein- und Kiwilaube auszuschnaufen, als Belohnung von den Vegetationsinseln einige Erdbeeren oder Johannisbeeren, je nach Saison zu stibitzen, um sich dann auf der Liegewiese mit Blick auf den Wienerwald mit einem guten Buch zurückzuziehen. Frau K. gefällt es, in dieser Anlage verschiedenen Menschen zu begegnen, auch mal eine Gartenparty zu feiern oder Orte zu finden, um alleine im Freien zu sein.

    Herr S. ist Familienvater, serbischer Immigrant und Lagerarbeiter. Herr S. wohnt mit seiner Frau und jetzt zwei Kindern, als einer der vielen Erstmieter, im Erdgeschoss mit kleinem Privatgarten. Seine Frau ist auch wieder berufstätig, dennoch kocht sie immer noch gerne. Auf den kleinen Küchengarten mit besonderen mediterranen Gewürzstauden ist sie sehr stolz, das Kaninchen der Kinder im Auslaufstall nebendran schnüffelt neidisch. Das Sitzpodest im Anschluss an die Wohnküche ist in Dauernutzung, zum Spielen, zum gemeinsamen Essen, im Winter als Abstellfläche.

    Heute Nachmittag gibt’s ein Kinderfest im Hof, dazu werden die gläsernen Wände der Gemeinschaftsräume geöffnet, damit die Kleinen quer über den ganzen Hof flitzen können. Highlight ist dabei immer noch den Parcours aus steilem Ellipsenhügel mit der coolen Rutsche und die glänzenden Balancierstäbe abzulaufen. Die Kinderspielbereiche sind praktisch von allen Wohnungen einsehbar. Lieblingstreffpunkt der Kleinsten ist die Sandkiste, hier wird schon mal der Bagger oder der Zementmischer über Nacht geparkt, um am nächsten Tag auch ja noch einen Buddelplatz reserviert zu haben. Die Eltern sitzen derweilen in regen Debatten zwischen den üppig blühenden Vegetationsinseln im Schatten der Hainbuchen und Föhren, Wienerwaldinseln heißen sie, und lassen sich die eine oder andere Limonade über den Gartenzaun reichen. Die Gärtner der Anlage unterstützen sie mit Rat und Tat.

    Fläche

    9.000 m²

    Auftraggeber

    Bauträger Austria Immobilien GmbH

    Architektur

    Schindler & Szedenik Architekten, Wien

    Gutachterverfahren 2001

    Planung und Realisierung

    2001 – 2003