Das Gelände war eine typische Berliner Stadtbrache: zwischen Wohnen, Gewerbe und Havel eingezwängt, am Rande der Stadt, doch mittendrin, die Wasserlandschaft der Havel geflissentlich ignorierend.

    Der dreigeteilte, heterogene Stadtraum diente unterschiedlichen Nutzungen: Der Südteil war geprägt durch die „Dämmerfischer“ und den Reedereiverband mit verschiedenen Stegen und Anlegern.

    Ein Steinbildhauer nutzte eine Backsteinremise und den umgebenden Freiraum als Werkstatt und Ausstellungsfläche.

    In der Mitte war die Hafenanlage mit denkmalgeschützten Speichergebäuden, deren Umschlagflächen bis an die Kaimauer betoniert waren. Das durchgehend gespundete Ufer diente als Schiffsanleger. Im Norden befand sich eine große, verfallene Freibadanlage aus den 20er Jahren.

    Im Norden und Süden gab es offene Wiesenbereiche wie auch stark verwilderte Teile mit einem wertvollen gemischten Altbaumbestand.

    Der Westuferpark ist Teil des Entwicklungsgebietes Wasserstadt Oberhavel und damit Teil eines übergeordneten regionalen Fuß- und Radwegenetzes entlang der Havelufer.

    Die Nutzungen durch die Fischer, den Reedereiverband und den Steinbildhauer verbleiben an Ort und Stelle.

    Der raue, wilde Charakter der Ruderalbrache bleibt spürbar erhalten. Eine Uferpromenade verknüpft die drei Teilbereiche untereinander und mit den angrenzenden Stadträumen. Sie passt sich in ihrer Lage den Gegebenheiten an, wird durch Bäume umgelenkt und öffnet sich an charakteristischen Situationen zu platzartigen, terrassierten Aufweitungen mit Sitzstufen zur Havel.

    Der Mittelteil mit den denkmalgeschützten Speichergebäuden wird mit seiner Ortbetonfläche zunächst temporär in die Uferpromenade integriert, solange die künftige Nutzung der Speichergebäude noch nicht geklärt ist.

    Entlang des Weges entsteht stadtseitig ein leichter Saum aus ortstypischen Weiden und Schmetterlingsflieder, vorgelagert eine begleitende Wildstaudenpflanzung in Erinnerung an den ursprünglichen, ruderalen Charakter der Fläche.

    Entlang der Havel eröffnen großzügige Uferwiesen die Wasserlandschaft.

    Fläche

    12.520 m²

    Auftraggeber

    Wasserstadt GmbH,
    Bezirksamt Spandau von Berlin Grünflächenamt

    Planung und Realisierung

    2007 - 2010