In Anlehnung an einen Adlerhorst wird der Bahnhof in seiner exponierten Höhenlage durch eine großzügige Mauer gefasst, die mit einer von der Münchener Straße sichtbaren Holzkonstruktion verblendet wird. Die Holzkonstruktion rahmt den neuen Bahnhofsplatz der sich zur Münchener Straße hin verbreitert. Sie dient als großes Sitzelement mit durchlaufender, hoher Rückenlehne, das zum Aufenthalt einlädt und gleichzeitig als Absturzsicherung für die Platzfläche fungiert. Das Sitzelement dient auch der Orientierung: Es weist dem ankommenden Zugreisenden eindeutig den Weg nach Norden in Richtung Innenstadt.

    Hier auf dem Bahnhofsplatz beginnt ein begleitender, am Baumbestand orientierter, 2 m breiter Weg aus pflegeleichtem, hellem Asphalt, der durch das Bahnhofswäldchen bis zu einem kleinen Platzgelenk am vorhandenen Fußgängerübergang zur Münchener Straße geleitet. Von der Innenstadt her kommend wird der Weg durch das Wäldchen zum Bahnhof durch diese trichterförmige Aufweitung sichtbar gemacht. Das Wäldchen selbst wird von Sträuchern und unerwünschtem, niedrigem Aufwuchs befreit, die Kronen, wo sinnvoll, hoch aufgeastet. So werden Blickbezüge zum umgebenden Stadtraum und zum Parkplatzbereich ermöglicht und ein größeres Sicherheitsgefühl ohne Angsträume - insbesondere in den Nachtstunden - wird gewährleistet. Lichtstelen mit Spots begleiten den Weg durch das Bahnhofswäldchen und illuminieren den wertvollen Baumbestand vom Platzgelenk an der Münchener Straße bis zum Südende des Bahnhofsplatzes. Sitzbänke bieten kurze Verschnaufpausen im Grünen. Ein kleiner Kinderspielbereich “Waldspiel“ mit farbigen Holzstangen, Spiel- und Kletterelementen entsteht im nördlichen Abschnitt des Wäldchens.

    Der Bahnhofsvorplatz wird wie ein materialeinheitlicher Teppich aus Betonwerksteinplatten mit hellem Natursteinvorsatz ausgerollt auf dem der Bahnhof wie selbstverständlich ruht. Das Bahnhofsgebäude wird zusätzlich zu den Lichtstelen mit Bodenstrahlern hervorgehoben. Die Gastronomie erhält eine Außenbestuhlung, so dass der Bahnhof für die wartenden Reisenden auch in kulinarischer Hinsicht ein angemessenes Angebot in einem schönen Ambiente unterbreitet und so die Aufenthaltsqualität weiter erhöht.

    Die vorhandene, behindertengerechte Rampe bleibt in Ihrer Lage weitestgehend erhalten und wird in ihrer Materialität modernisiert. Die Treppenanlage zur Schrobenhausener Straße bleibt erhalten. Die Böschung zwischen Bahnhofsvorplatz und Münchener Straße wird mit pflegeleichten bodendeckenden Gehölzen oder Ziergräsern repräsentativ bepflanzt. Zur Gartenschau kann hier bereits ein erster, farbig-blühender Wechselflor die Besucher der Stadt begrüßen.

    Der Parkplatz an der Bahnhofstraße wird neu geordnet. Richtungsverkehr und Stellplätze in Schrägaufstellung erhöhen den Komfort beim Parken und lassen Raum für eine schattenspendende Baumreihe, die den Stellplatzbereich ins Bahnhofsgrün einbindet. Die Bahnhofstraße und die Zufahrten werden aus Asphalt erstellt, die 60 PKW-Stellplätze und zusätzlich 4 behindertengerechte Stellplätze werden vorzugsweise aus geschliffenem Asphalt mit Aufheller (Zuschlag aus hellem Kalksteinsplitt) vorgeschlagen. Ebenso die 5 Kurzzeitparkplätze (Kiss+Ride) und eine Taxivorfahrt (3 Taxis) in Längsaufstellung, die nordwestlich des Bahnhofsvorplatzes angeordnet sind. Die Bike+Ride Anlage bleibt in ihrer schlichten aber liebevoll-zweckmäßigen Gestalt erhalten.

    Fläche

    12.000 m²

    Auftraggeber

    Stadt Pfaffenhofen

    Verkehrsplanung

    ZECH-CON Beratende Ingenieure

    Wettbewerb 2014, 2. Preis