Die fünf Rübenwaschwasserabsetzbecken im Tal unter der ehemaligen Zuckerfabrik lagen aufgereiht neben dem Flusslauf des Löbauer Wassers. Sie waren eingefasst von rohen, bis zu sechs Meter hohen Betonwinkelsteinen, durchbohrt von Rohrdurchlässen und diversen Löchern, durchbrochen von Schleusen und überspannt von Rohren.

    Und doch haben die Becken, nachdem sie aus der Nutzung gefallen waren, teilweise mit Wasser gefüllt, teilweise verlandet, einen ganz archaischen Charakter. Sie erinnern an Wasserspeicher in südlicheren Gefilden oder an alte römische Bäder, vielleicht auch, weil an ihrem oberen Ende ein imposantes Eisenbahnviadukt das enge Tal überspannt.

    Die Becken bleiben erhalten und werden behutsam zu erlebbaren Wassergärten und Spielräumen, den sogenannten „Setzgärten“, transformiert. Eine neue Dotationsleitung zweigt Wasser aus dem Löbauer Wasser ab, um es langsam und kontinuierlich durch die Becken zu führen und es dann wieder an denselben Ort zurückzuleiten. So wird der Wasserstand konstant gehalten und die neuen Wassergärten mit Sauerstoff versorgt.

    In den zwei höher liegenden Becken, die bereits trocken gefallen waren, werden besondere Spielbereiche inszeniert: die „Würfelzucker“ im Pappelhain und die „Zuckerhüte“ im Weidendickicht. Die Beckenränder sind durch Hauben aus rohem Stahl zusammengefasst, die den groben Winkelsteinen nichts von ihrer Rauheit nehmen, ihnen aber durch Transformation eine neue, zurückhaltende Eleganz verleihen.

    Ein Stahlsteg, der die beiden alten Transportrampen nutzt, um hinunter in die Becken zu tauchen, führt durch die Becken und über das Wasser. Dieser ermöglicht es, in die geschlossene Welt der „Setzgärten“ hinabzusteigen, in eine hermetische Welt aus Wasser und Himmel.

    Fläche

    140.000 m²

    Auftraggeber

    Landesgartenschau Löbau 2012 gGmbH

    Architektur

    thoma architekten, Zeulenroda, Berlin

    Bauleitung für hutterreimann

    Jörg Bresser, Berlin

    Tragwerksplanung/Ingenieurbau

    IBOS GmbH, Görlitz

    Pflanzplanung Stauden

    Christian Meyer, Berlin

    Planung Wechselflor

    Orel+Heidrich Landschaftsarchitekten, Herzogenaurach

    Wettbewerb 2008, 1. Preis

    Planung und Realisierung

    2009 - 2012