Der Nelson-Mandela-Platz nimmt einen städtebaulich interessanten Ort an der Nahtstelle zwischen historischer Altstadt und der durch Wohnen und Arbeiten geprägten Südstadt an Nürnbergs Hauptbahnhof ein. Er ist geprägt von vielfältigen verkehrsfunktionalen Ansprüchen des Durchgangs-, des Anwohner- und des Zielverkehrs zum Bahnhof sowie des ruhenden Verkehrs für Pkw-Parkplätze und Fahrradstellplätze.

    Der Platz entbehrt in seiner heutigen Gestalt jeder Aufenthaltsqualität, die insbesondere für die Anwohner der angrenzenden Südstadt wünschenswert wäre.

    Es entsteht eine klar strukturierte und zusammenhängend lesbare Platzfläche, die die vielfältigen verkehrstechnischen und funktionalen Anforderungen mit dem Wunsch nach repräsentativer Gestaltung und einer hohen Aufenthaltsqualität für Anwohner und Besucher verknüpft. Der Platz wird als materialeinheitliche Mischverkehrsfläche ausgebildet. Die Fußgänger erhalten so Vorrang vor dem Kfz-Verkehr und die angrenzende, heterogene Bebauung wird zum Ensemble.

    Das Zentrum des Platzes bildet ein großer, klar und eindeutig definierter, blühender Baumhain. Er hat zeichenhaften Charakter, formt den zentralen Aufenthaltsbereich und bietet gleichzeitig klare Orientierung, lenkt und filtert die Verkehrsführung entlang der Platzkanten. Das Baumdach nimmt ganz selbstverständlich Teile des ruhenden Verkehrs unter sich auf.

    Eingelegt in den Platz ist die „Bühne“, ein Platz im Platz, die – vom Baumhain teilweise überlagert – eine besondere Aufenthaltsqualität bietet. Dieser Quartiersplatz ist eben ausgebildet. Aufgrund des vorhandenen Platzgefälles zur Bahnhofsfassade hin ist er leicht erhöht und freigestellt bzw. nach Süden hin leicht eingelassen. Die Bühne ist von Treppenstufen und Sitzmauern gefasst und aufgrund der vorhandenen Platzneigung auch barrierefrei erschlossen.

    Großzügige, expressive Sitzelemente laden in freier Anordnung zum kommunikativen Miteinander. In Anlehnung an den historischen, mittlerweile verrohrten Fischbach wird die Bühne an ihren Rändern durch eine leicht bewegte, flache, bespielbare Wasserfläche und einen kleinen Wasserfall zur stark befahrenen Straße hin bereichert. Die Bühne ist der Ort des Zusammenkommens jenseits der Verkehrsströme.

    Fläche

    15.700 m²

    Auftraggeber

    Stadt Nürnberg

    Wettbewerb 2009, 1.Preis