Jeder Ort ist Teil seiner Umgebung. Ort und Umraum bedingen sich gegenseitig.

    Die Landschaft wird als Abfolge von Orten gelesen: die Wahrnehmung einzelner Sequenzen wird zum Film in Echtzeit.

    Den Grenzen und Übergängen von Ort zu Ort kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Wo endet der Raum, wie weit reicht der Horizont? Was trennt, was verbindet? Was macht den Kontext aus, wo ist Orientierung?

    Die ehemalige Schüttgüterinsel in Duisburg war bisher nur von außen erlebbar, war "terra incognita". Jetzt wird sie geöffnet und erlaubt den Blick nach außen, in die grandiose Umgebung mit den Flusspanoramen von Rhein und Ruhr, der Stadtsilhouette, den Hafenanlagen und -kanälen.

    Der Geist des Ortes liegt in der besonderen Atmosphäre der äußeren Umgebung, von innen betrachtet

    Ort und Umraum verschmelzen. Mit minimalen Eingriffen werden Besonderheiten der Umgebung aufgedeckt, mit Nähe und Ferne gespielt , basierend auf dem Bestand. Gleichzeitig wird die Großzügigkeit der Leere - der freie Blick - die Öffnung und die Offenheit für vielfältige, multifunktionale Nutzung inszeniert!

    Der "Große Inselweg" setzt die beiden Hälften untereinander und mit der Umgebung in Beziehung. Er eröffnet Blickbezüge und Panoramen, lädt mit Sitzelementen und Sitzstufen zum Verweilen ein. Eine "Ruderalflur" stellt den sinnlichen Anklang an die hier in den letzten Jahren nach dem Rückzug der industriellen Nutzung entstandene Pioniervegetation dar. Eine kleine Prärie, ein wenig Wildwest in Duisburg bleibt erhalten und entsteht doch neu.

    Der zentrale Bereich des Parks bildet, vom Rundweg eingeschlossen, eine große, offene und multifunktionale Wiesenskulptur, von Ost nach West flach geneigt, an der Westseite als leichte Böschung, die zum Lagern in der Abendsonne mit Blick über die Wasserflächen einlädt. Hier lässt sich spielen, picknicken oder Konzerte genießen ...

    Schaut man vom Kanal herüber, verschwindet das Wasser, entsteht eine optische Täuschung: Der Horizont verschiebt sich, das gegenüberliegende Ufer mit seinem Baumbestand wird Teil des Parks. So entsteht ein Spiel mit Ausblicken, Einblicken und Rückblicken, mit einer großen Offenheit für das Neue: Großes Kino!

    Fläche

    50.000 m²

    Auftraggeber

    Stadt Duisburg, Stadtplanungsamt / Duisburger Hafen AG

    Architektur

    thoma architekten

    Wettbewerb 2009, 1. Preis

    Planung und Realisierung

    offen

    Fotografien

    Oliver Kleinschmidt