In attraktiver Innenstadtlage zwischen Spree und Rummelsburger See entstand auf der Fläche einer Industriebrache (Palmkernölspeicher, Brauerei, Glasfabrik, Galvanisches Werk) ein neues Wohngebiet. Das von Prof. Herman Hertzberger, Amsterdam entwickelte städtebauliche Leitbild sah eine einheitliche Bebauungsstruktur vor, die Sichtbezüge von Ufer zu Ufer ermöglicht. Das Wohngebiet ist durch urbane Dichte geprägt, die im Kontrast zur Weite der Wasserlandschaft steht.

    Sind die ufer- und straßenbegleitenden Parkanlagen in Stralau als strenge, urbane Freiräume ausgebildet, so präsentiert sich der querende Stadtpark verspielter, fließender, gärtnerischer.

    Gegen- und miteinander fließende Wellenbewegungen unterschiedlicher Texturen prägen die längsgestreckte Abfolge des Stadtparks, weiß ist die Leitfarbe des Entwurfes. Eine intensive, breite Welle von Felsenbirnen, gestaffelt in unterschiedlicher Höhe rahmt den Park nach Westen, vorgelagert fließt eine Langgraswiese, dann feiner Rasen. Der Weg aus wassergebundener Decke nimmt gleichfalls die Wellenbewegung auf und schwingt bis zu einer strengen, blühenden Hecke, die die östliche Begrenzung des Parks bildet. An die Hecke schlagen kleine Wellen, ausgeformt als etwas erhöhte, multifunktional nutzbare Holzpodeste. Auf diesen Sonnendecks kann man ruhen, picknicken, faulenzen oder spielen. Die Wellen sind mit weißen Ortbetonbändern gefasst. Weiße Betonsitzelemente rhythmisieren den Park quer zu seiner Hauptausrichtung.

    Erstrahlt der Park im Frühling durch die weiß blühenden Felsenbirnen und Prachtspierenhecke in besonderer Frische, so verändert sich der Eindruck im Herbst: Dann verfärben sich die Vegetationsbilder in tiefes leuchtendes Rot und geben dem Park eine angenehme Wärme.

    Die rahmenden Pflanzungen geleiten beschwingt durch den Park bis zur Uferpromenade, die das Panorama des Rummelsburger Sees eröffnet.

    Die Uferpromenade ist im Sinne des Bestandes weiterentwickelt, jedoch als grünes Ufer. Akzente bieten hier die vorgefundenen Höhenunterschiede, die eine sanfte Wiesenböschung ausformen, in die Sitzstufen eingelassen werden, ein kleiner Pavillon und  die alten Pappeln, die dem Sitzplatz am Wasser einen Rücken geben.

     

     

    Fläche

    14.600 m²

    Auftraggeber

    Wasserstadt GmbH

    Planung und Realisierung

    2002 – 2006