Bürgerpark Wernigerode – 10 Years After

    Zum 10-jährigen Jubiläum der Eröffnung des Bürgerparks Wernigerode im Rahmen der Landesgartenschau Wernigerode 2006 lud Oberbürgermeister Peter Gaffert am 25.09.2016 zur Eröffnung einer Ausstellung über Parks, Gärten und Stadtgrünprojekte in Wernigerode und einer „Kleinen Garten-Schau“.

    Hier zeigt sich wie das „Leuchtturmprojekt“ Landesgartenschau der Freiraumentwicklung der ganzen Stadt und der Region einen positiven Schub gab, wie durch Landesmittel geförderte grüne Infrastruktur -begleitend zur Gartenschau und bis heute-  entwickelt, modernisiert und liebevoll gepflegt und unterhalten werden kann.

    Synergieeffekte wurden von der Stadtverwaltung von Anfang an gesucht und mit dem benachbarten Miniaturenpark wurde eine Attraktion geschaffen, die Menschen aus der ganzen Region und die vielen touristischen Besucher der malerischen Fachwerkstadt am Rande des Harzes anzieht. Der Besuch von Bürgerpark und Miniaturenpark wird mit einem Kombiticket gefördert.

    Zum 10-jährigen Jubiläum zeigte sich der Bürgerpark bei 25° C von seiner sonnigen Seite, die Besucher genossen die spätsommerliche Atmosphäre bei Musik, Kaffee und Kuchen.

    Wir waren beeindruckt von der enormen Entwicklung der Parkanlage, insbesondere den Vegetationsstrukturen, dem guten Pflegezustand und der hohen Akzeptanz der Gesamtanlage. Nicht zuletzt erfreut uns die positive Rückkopplung durch die Stadtverwaltung und die Besucher des Bürgerparks. Hier wird deutlich, dass nachhaltige Stadtentwicklung auch Spaß machen kann und mehr ist als ein inflationär gebrauchtes modisches Schlagwort.

    Im Miniaturenpark „Kleiner Harz“ in Wernigerode sind auf einer Fläche von 1,5 ha detailgetreue Nachbildungen bedeutender Bauwerke und Attraktionen der Harzregion im Maßstab 1:25 ausgestellt.(1)

    Mit dem „Kleinen Harz“ sollte ein attraktiver touristischer Anziehungspunkt geschaffen werden, der das Interesse an der Region mit ihren Kulturgütern und ihrer Geschichte weckt und gleichzeitig informativen Charakter trägt. Der Miniaturenpark zeigt Modelle von Schlössern, Burgen, Kirchen, verschiedenen historischen Stadtbauten sowie von wichtigen Industriebauten und Ausflugszielen der Harzregion, die auch zum Besuch der Originalstandorte anregen sollen.

    Vorrangiges Ziel ist die Schaffung von Arbeitsplätzen z.B. in den Bereichen „Pflege der Parkanlagen“ sowie „Reparatur und Restaurierung“ der Bauwerke. Einnahmen, die durch das Erheben von Eintrittsgeldern sowie über Sponsoren und Patenschaften erzielt werden, setzen die Initiatoren für die Personal- und Sachkosten sowie für die Erhaltung des Parks ein. Ein weiteres Ziel ist die Stärkung des regionalen Tourismus und damit die Stärkung der Region insgesamt.(2)

    Seit März 2006 und über die Eröffnung im Mai 2009 hinaus arbeiten 60 Beschäftigte aus unterschiedlichen Berufszweigen an der maßstabsgerechten und detailgetreuen Nachbildung bekannter Sehenswürdigkeiten der Region Harz. Die Mitarbeiter vermessen die Bauwerke überwiegend in Eigenregie vor Ort, übertragen diese Daten in CAD-Zeichnungen und lassen die Modelle in einer dreidimensionalen Objektmodellierung am Computer entstehen. Auf dieser Grundlage sollen bis zu 120 kleinformatige Modelle im Maßstab 1:25 entstehen.(3)

    Quelle: Wikipedia

    (1)  Herzlich willkommen im Miniaturenpark Wernigerode. Park und Garten GmbH Wernigerode, abgerufen am 10. Mai 2013.

    (2)  Kleiner Harz. Kommunale Beschäftigungsagentur Landkreis Wernigerode, Dezember 2006, abgerufen am 27. April 2010.

    (3) 
 Kämmer Bildungsgesellschaft (Hrsg.): Kleiner Harz. Der Harz in Miniatur. Wernigerode November 2006.

     

    Konzept Bürgerpark

    Sieben historische Fischteiche nehmen mit 14 Hektar Fläche ungefähr die Hälfte des neuen Wernigeröder Bürgerparks, hervorgegangen aus der Landesgartenschau 2006, ein und sind damit das Grundgerüst des neuen Parks.

    Der „Fishwalk“ ist das neue verbindende Element der Teiche. Sein glänzendes Lochblechgeländer lässt den Steg als eine geschlosse durchlaufende Linie erscheinen, die in ihrer dynamischen Ausrichtung in starkem Kontrast zu den ruhigen, naturnah anmutenden Wasserflächen steht.

    Die Follies sind Wasserstationen, die – als begehbare Architekturen angeordnet – die Teiche und das Unterwasserleben inszenieren. Sie laden die Besucher ein, sich dem Element Wasser zu nähern, und erläutern die Geschichte der Fischzucht.

    Den Auftakt im Westen am Köhlerteich bildet das Folly „Fischzucht“, ein überdimensionales Sideboard auf einer großen Holzterrasse. Verschiedene Lebensräume der Fische in und um Wernigerode werden mit fachkundiger Unterstützung des Forellen- und Wildfischvereins sowie des Wernigeröder Anglervereins in einzelnen Aquarien dargestellt.

    In der „White Box“, einem nach außen neutralen, geschlossenen Ausstellungsraum, wird in die virtuelle Unterwasserwelt entführt. In mehreren Tauchgängen wurde die Unterwasserwelt der Harzer Teiche und des Berliner Aquariums gefilmt und künstlerisch aufbereitet.

    Wie auf einem Boot wird auf dem Folly „Wasserinsel“ das Element Wasser durch einen Wasserfall hautnah erlebbar und gleichzeitig schweift der Blick über dasWasser auf das Wernigeröder Schloss.

    Auf dem Folly „Wasseranleger“ lässt sich rasten, die Sonne blinzelt über den Teich und die Libellen schwirren um die Wette. Eingebettet in den geschützten Schilfgürtel der Fischteiche liegt der „Scout“ mit seinem Fernrohr zur Beobachtung der Tierwelt.

    Eines der wesentlichen Fördermittel für die Landesgartenschau Wernigerode 2006 waren die Mittel für den Bodenschutz. Die ehemalige Bauschuttdeponie wurde auf Basis eines Sanierungsgutachtens abgedichtet, um zu vermeiden, dass weitere freigelegte Schadstoffe in das Grundwasser gelangen.
    Das Oberflächenwasser wird gesammelt und über bepflanzte und thematisch gestaltete Verdunstungsbecken abgeleitet. Insbesondere der vom Grundwasserstrom beeinflusste Schreiberteich befand sich in einem ökologischsehr schlechten Zustand.

    Die Grundwasserzuflüsse aus der angrenzenden Deponie hätten weiterhin Schadstofffrachten eingetragen und zur Bildung von Faulschlamm geführt. Um dies zu vermeiden, wurde ein bewachsener Bodenfilter mit einer Repositionspflanzung aus besonders schadstoffbindendem Schilf und Seggengarten vorgesehen, welche das anströmende Grundwasser (bei Eintritt in das Oberflächenwasser) reinigt. Holzstege führen durch diese attraktive und ökologisch wertvolle Pflanzung.

    Heute hat der Anglerverein Wernigerode die Fischteiche gepachtet und kümmert sich um Pflege und Unterhaltsmaßnahmen. Von A wie Aal bis Z wie Zander findet sich eine breite Palette von Speisefischen in den Teichen.

    Fläche

    350.000 m²

    Auftraggeber

    Stadt Wernigerode

    Architektur

    A_lab architektur, Jens Schmahl, Berlin

    Bauleitung für hutterreimann

    Christian Pfeuffer, Ber

    Pflanzplanung Stauden

    Christian Meyer, Berlin

    Pflanzplanung Stauden und Wechselflor

    Christine Orel, Herzogenaurach

    Tragwerksplanung Fish-Walk

    Bollinger+Grohmann Architekten und Ingenieure 

    Statik

    Wernigeröder Ingenieurbau GmbH (WIG)

    Videokunst

    Eva Maria Heinrich, Berlin

    Soundkunst

    David Schwager, Düsseldorf 

    Wettbewerb 2003, 1. Preis

    Planung und Realisierung

    2003 - 2006